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FFF30 Rekapitulation

52 Slots, zuviel Cola, Ernährung zwischen Muffins, Donuts und belegten Fladenbroten, knapp zwei Dosen koffeinierte Pfefferminz und das Gefühl, einen ganzen Brocken Lebenszeit überwiegend sinnlos sinnvoll verschwendet zu haben. Es hat Spaß gemacht, insbesondere auch wegen der Menschen, aber vor allem wegen den schönen Filmperlen, von denen man einen Großteil bestimmt nicht im regulären Kinoprogramm wiederfinden wird, weil die marktwirtschaftlich geprägte Filmwirtschaft – und dazu gehören in diesem Fall mitunter die Kinos – nicht den Mut oder das aus gewinnorientierter Sicht finanzielle Polster hat, um Non-Mainstream-Kost vorzuführen. Das ist einerseits gut, weil es den kleinen Kinos die Möglichkeit eröffnet, eine kommerzielle Nische zu besetzen, andererseits aber schade, weil es sonst vielleicht den Markt vergrößern könnte. Und mehr Filme abseits von der x-ten aufgewärmten cineastischen Mikrowellenmahlzeit hervorbringen könnte (Konjunktiv). Wie dem auch sei, es ist wie es ist. Deswegen in loser Reihenfolge meine Favoriten:

  • Yoga Hosers (Nazi-Bratwürste)
  • Under the shadow (Atmosphäre)
  • The eyes of my mother (Durchgeknallt)
  • They call me Jeeg Robot (Das Gesamtpaket stimmt)
  • The Greasy Strangler (Komplett meschugge)
  • Creepy (Japanische Handwerkskunst)
  • Don’t kill it (Unterhaltungswert)
  • The Similars (Twilight Zone FTW)
  • Night of the living Deb (Zombiekomödie)

Um die folgenden Machwerke empfehle ich jedem gesunden Menschen einen großen Bogen zu machen:

  • We are the flesh (¿Qué pasa?)
  • Follow (Langweilig)
  • The Neighbor (Langweilig)
  • Beyond the Gates (Langweilig)
  • Antibirth (Wäre besser ein Kurzfilm)

Nach knapp elf Tagen im Kino reicht es vorerst. Der körperliche Sitzschmerz schwindet langsam, die Klimaanlage vermisse ich in meiner Dachwohnung aber doch schon sehr deutlich – die Sache mit dem Licht, das der grelle Gasball am Himmel unerbittlich Richtung Boden schickt, macht es nicht besser. Mit der nicht-fremd-induzierten, konstruierten Realität kann man sich aber schon wieder anfreunden, bleibende Schäden dürften am Ende keine zurückbleiben. Außer dem nicht näher definierten Gefühl, dass man nicht weiß, was im nächsten Slot läuft und der nagenden Gewissheit, dass man sich nicht mehr nach Laufzeiten und dazwischen liegenden Pausen richten muss, geht alles wieder seinen gewohnten Gang.

Es war schön, trotz manchem quälenden, nicht enden wollendem Film. Im Blick zurück neigt der Mensch eben durchaus dazu, die schlechten Erinnerungen auszublenden. Das ist ein bißchen wie zwei Monate Allgemeine Grundausbildung. Die Blasen an den Füßen, die aufgescheuerten Stellen am Körper, der Schlafentzug und das eigene Fluchen sind in der Retrospektive nur noch als flauschiges Hintergrundsurren wahrzunehmen. Deshalb ist die Betrachtung der Vergangenheit eine Betrachtung, die man nicht ohne Bedacht genießen sollte. Nach vorne ist es in dem Fall auch einfacher: nächstes Jahr sicherlich wieder!

Issac… Darling… As you well know Issac, I enjoy pain – It’s like a good chinese dinner, you know? With the sweet and the sour? Expanding on that analogy, I will smile with delight – that’s the sweet! As you scream for your fucking life. Of course, that’s the sour. Ciao!

Papa Caesar – House of the Dead Overkill

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