Zum Inhalt

FFF30 Tag 8

Shelley

Ich bin an sich ein großer Fan dänischer Filme, aber leider war der in keinster Weise so abgedreht oder schön anzuschauen wie andere Vertreter aus der dänischen Küche (z.B. BænkenMen & ChickenDe grønne slagtereI Kina spiser de hunde oder Adams æbler um nur ein paar zu nennen). An sich ist es eine seltsame Verwurstung von Rosemary’s Baby und erzählt eine recht belanglose Geschichte die allenfalls unterlegt wird von einer dezent bedrohlich angereicherten Atmosphäre. Tip: vorher keinen Kaffee trinken und einfach ein bißchen schlafen.

Another Evil

Zum Ausgleich für Shelley kam zumindest im Anschluss eine unterhaltsame Komödie, über ein mutmaßlich von Geistern heimgesuchtes Ferienhaus und den deshalb angeheuerten Geisteraustreiber (Mark Proksch). Der hat ein ausgeprägtes Alkoholproblem und durchlebt gerade die Scheidung von seiner Frau, so dass die Geistaustreibung eher wie eine Selbsthilfegruppe anmutet. Sehr nett geschrieben und erzählt. Sollte man anschauen.

The Greasy Strangler

Ein unstillbares Verlangen nach Fett, Penisprothesen, Disco-Outfits, eingängige Titelmelodie, zusammenhangloses Drehbuch mit psychedelischem Ende. Check. Greasy Strangler erzählt die Geschichte eines Vaters (der in einer Art Fettanzug Leute erdrosselt), dessen Sohn (Sky Elobar, erinnert dezent an Little Britain) und sonst eigentlich nur hirnverbrannten Quatsch. Bestimmt ein äußerst polarisierender Film und in der Ausführung gar nicht so weit von dem weg, was Helge Schneider früher so an Filmkunst produziert hat – mit höherer Produktionsqualität, aber mit ähnlich laienhaft anmutenden Darstellern. Ziemlich abgedreht, aber lustig (wems gefällt).

War On Everyone

Alexander Skarsgård und Theo James als korrupte Polizisten mit latenten Drogenproblemen auf einem Feldzug zu ihrer eigenen Bereicherung. War unterhaltsam, hat mich aber nicht so sehr vom Kinosessel gerissen, wie ich das von dem Trailer erwartet hätte. Natürlich ohne jedwede moralische Aussage, ggf. eine Hommage an ältere Bad Cop-Streifen vergangener Dekaden. Unterhaltsam.

Creepy

Man kann den Japanern eines lassen, wenn sie etwas machen, dann machen sie es entweder richtig falsch (wie Miike) oder mit einer wunderschönen, an Perfektion grenzenden Arbeit (eher Richtung Akira Kurosawa). Dass der Regisseur von Creepy auch Kurosawa heißt, ließ hoffen. Und enttäuscht wurde man auch nicht. Obwohl der Film mit seinen 2 Stunden 10 Minuten im letzten Slot des Tages sicher deplatziert war, hat sich das wachbleiben definitiv gelohnt. Ein spannender Thriller über einen Serienmörder, der reihenweise Familien verschwinden lässt und dessen Gegenspieler, einen nach einem Arbeitsunfall zum Akademiker gewandelten Ex-Polizisten. Schön langsam aufgebaut und wie eingangs erwähnt beinahe perfekt ausgeführt (wenn da nicht ein paar Unzulänglichkeiten im Drehbuch gewesen wären), sehr empfehlenswert.

Veröffentlicht inBewegtbilder