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FFF30 Tag 9

Mojin – The Lost Legend

Aus dem Reich der Mitte kommt dieses schamlos das Abenteuerfilm-Genre ausbeutende Werk, mit dezenten Anlehnungen an Indiana Jones und Tomb Raider. Das klingt jetzt etwas negativ, war aber eine durchweg positive Überraschung. Unterhaltsam, mit Witz und vor allem hoher Produktionsqualität konnte der Film überzeugen (und das obwohl ich 3D-Filmen eher gerne den Rücken zukehre). Das einzige Manko waren für mich die Untertitel, die stellenweise so schnell über die Leinwand flimmerten, das man mit Lesen kaum hinterher kam, und dem ein oder anderen groben Schnitzer in der englischen Übersetzung (devide, synchornise, etc.). Egal – gute Unterhaltung.

Carnage Park

Schöner Streifen im Stil von 70er/80er Terror-Filmen, der allerdings dem Genre wenig neues hinzufügt sonder eher archäologisch an den Stoff herangeht. Das fängt schon bei dem Farbfilter mit leichtem Beige-Stich und deutlich desaturierten Farben an, ist aber bis zum Styling der weiblichen Hauptrolle konsequent durchgezogen, so dass es mir persönlich alleine schon deswegen viel Spaß gemacht hat, den Film anzuschauen. Die Story gibt nicht viel her – psychopathischer Serienkiller / Kriegsveteran mit Dachschaden tötet auf seinem umzäunten Grundstück massenweise Menschen, die er dorthin verbringt oder im Fall der Protagonistin, die dort zufällig per Entführung nach Bankraub hin gelangte. Kopf aus, Film an.

Don’t Kill It

Das Director’s Spotlight wurde dieses Jahr von Mike Mendez besetzt, der mit Don’t Kill It einen schönen Horror/Splatter-Film hingelegt hat. Wenn die Hauptrolle mit einem sichtlich gealterten Dolph Lundgren als Dämonenjäger Jebediah Woodley besetzt ist und das ganze sich nicht 100% ernst nimmt, dann kann es nur gut werden. Die Rahmenhandlung ist schnell zusammengefasst: ein Dämon befällt Menschen, bringt andere Menschen um und wenn der „Host“ umgebracht wird, springt er auf denjenigen um, der denselben getötet hat. Zwischendurch geht es etwas zu ruhig zu, die drei bis vier Actionsequenzen entschädigen mit hervorragenden Splatter-Effekten und haben sehr viel Spaß gemacht. Erwähnenswert ist noch, dass auf dem FFF eine Version gezeigt wurde, bei der die Post-Produktion noch nicht abgeschlossen war. Neben der nicht-finalen Farbgebung waren also stellenweise Seile im Bild zu sehen und ein paar Effekte hatten auch noch einen unfertigen Eindruck gemacht. Das hat dem Film eigentlich eher weniger geschadet, als ihn nochmal einen Tacken unterhaltsamer gemacht.

The Similars

Wunderschöner, mexikanischer Mystery-Streifen mit starkem Hang zur originalen Twilight Zone. Das fängt schon mit der initialen und finalen Erzählerstimme aus dem Off an und zeigt sich auch deutlich in der fast schon an Grautöne erinnernden Farbgebung. Ein Kammerspiel in einer mexikanischen Busstation, in der unterschiedliche Charaktere aufgrund eines mysteriösen Starkregens gefangen sind und denen nach und nach allen dasselbe, bärtige Gesicht verpasst wird. Mehr kann man über die Handlung nicht wirklich erzählen ohne den Film kaputt zu machen. Nur soviel noch: der kleine Junge spielt sehr gut. Man muss sicher das Genre oder die Art Film mögen, für mich war das nach langer Zeit wieder ein wunderschöner Film aus der Ecke.

We Go On

Und zum Abschluss des Tages noch ein kleiner Geisterstreifen. We Go On erzählt die Geschichte eines Mannes (Clark Freeman), der aus seiner Angst vor dem Tod heraus eine Prämie von 30.000USD ausschreibt, wenn ihm jemand die Existenz von Geistern beweisen kann. Zunächst landet er natürlich bei mehr oder weniger begabten Scharlatanen, trifft im Verlauf des Films aber dann tatsächlich auf so etwas ähnliches wie eine Antwort auf seine Frage. Nicht großartig, aber gut genug um nicht das Kino zu verlassen.

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