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Sneak OV: The Big Sick

In der Sneak wurde heute die RomCom The Big Sick gezeigt. Romantische Komödien sind oftmals ein gefährliches Minenfeld aus einer Vielzahl an Gründen. Nur allzu häufig trifft man auf abgedroschene

  • Witze
  • Charaktere
  • Musik
  • Kamera
  • Skripte generell.

Vor einigen Monaten hatte ich es erst wieder mit einer der Vertreter der Kategorie schlecht zu tun: Table 19 – die einzige Rettung für diesen Streifen im Speziellen war Stephen Merchant, der auch Wheatly in Portal 2 gesprochen hat. Aber genug der Hasstiraden gegen dieses Genre, das offensichtlich nicht mein Lieblingsgenre ist.

The Big Sick weiß dennoch mit viel Charme und einer gelungenen Mischung aus Standard-Schnulzen-Humor und einer gesunden Portion amerikanisch-pakistanischer Sozialkritik zu überzeugen und – das ist bestimmt der wichtigste Faktor – über eine Laufzeit von knapp zwei Stunden zu unterhalten.

Der Humor abseits der an manchen Stellen in die sanfte Satire abdriftenden Kritik fühlt sich vielleicht auch deshalb so organisch an, da die Geschichte die erzählt wird autobiographisch ist. Das Drehbuch wurde von Hauptdarsteller Kumail Nanjiani und seiner Ehefrau Emily Gordon verfasst und beschreibt deren Vergangenheit. Freundlicherweise entfällt der Hinweis >>Based on a true story<< zu Beginn, was bei mir reflexartigen Brechzeiz und Punktabzug in der B-Wertung verursacht.

Nach 16 Jahren darf im Übrigen dann auch einmal über Themen wie 9-11 und IS-IS ISIS gelacht werden. Und ganz generell kräftig mit antiquierter Mentalität im orientalischen, sowie vorurteilsbehaftetem Denken im westlichen Raum tabula rasa gemacht werden. Sicherlich kein Höhenflug an cineastischer Kunst, aber für mich eine Fackel im Dunkel einer Sparte, die ich sonst für vernachlässigbar halte.

P.S.: Ich möchte nicht daran denken, was die deutsche Synchronisation aus diesem Film macht. Humor ist der erste Tote im asymmetrischen Krieg der Übersetzung.

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