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The Post

Ich fasse mich kurz mit meiner Meinung zu The Post. Während anderen Filmen wie Black Panther aus obskuren Gründen Oscars aufoktroyiert werden, die mich in der Argumentation der Begründung an Moonlight erinnern, schafft Steven Spielberg mit The Post (oder zu deutsch Die Verlegerin) einen kleinen aber in aktuellem Kontext betrachteten wichtigen Film.

Die Handlung ist dabei nahezu banal und in wenigen Sätzen ohne den Film zu verderben erzählbar.

Der New York Times werden Studien der RAND Corporation zum offensichtlich vorhersehbaren Scheitern der Südostasien-Intervention der USA zugespielt. Aus diesen geht hervor, dass die gewählten Regierungen seit Ende des zweiten Weltkrieges die amerikanische Bevölkerung systematisch angelogen haben.

Die weitere Veröffentlichung der Papiere wird von einem Bundesrichter untersagt, die konkurrierende Zeitung Washington Post erhält über eine Quelle allerdings auch Zugriff auf die Papiere. Die Entscheidung über die Veröffentlichung liegt letztlich in der Hand der Verlegerin der Post.

Wie gesagt – nicht unbedingt viel Inhalt, aber sehr gut inszeniert von Spielberg, der mit diesem nicht sehr üppigen Stoff ein nach anfänglichen Zähigkeiten spannendes Stück Zeitgeschichte auf die Leinwand projiziert.

Dass dabei das Leitmotiv Zeitungsjournalismus ausgerechnet den Finger in kontemporäre Wunden der globalen und insbesondere auch der US-amerikanischen Gesellschaft legt, ist in Anbetracht des Vielfach wiederholten Abgesanges auf Printmedien in den vergangenen zwei Dekaden geradezu grotesk und erfrischend zugleich. Mit Themen wie Pressefreiheit und Gleichberechtigung werden hier Parallelen zu den heute existierenden Misständen deutlich aufgezeigt.

Obwohl ich Tom Hanks nicht unbedingt Bleichheit attestieren möchte, so ist der Hauptträger des Films nichtsdestotrotz Meryl Streep und die dezente, im Hintergrund gehaltene Filmmusik von John Williams.

Für historisch und politisch Interessierte unbedingt sehenswert.

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